Abwehrmechanismen

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Abwehrmechanismenliste (aus der Psychoanalyse)[Bearbeiten]

Dies ist eine Flowchartliste, der, aus der Psychoanalyse bekannten Abwehr und Vermeidungsstrategien.

  1. Repression/Verdrängung (Unerwünschte Es-Impulse, die ein Gefühl von Schuld, Scham oder das Herabsetzen des Selbstwertgefühls hervorrufen, werden durchs Ich/Über-Ich in das Unbewusste verdrängt. Von dort aus können sie durch Träume oder als unbewusste Ersatzhandlungen wieder zutage treten.)
  2. Reaktionsbildung (Gefühle oder Motive werden durch entgegengesetzte Gefühle/Motive niedergehalten z.B. Mitleid statt aggressiver Impulse oder Hassgfühle, wenn Liebesgefühle gefährlich erscheinen.)
  3. Regression (Es erfolgt ein unbewusster Rückzug auf eine frühere Entwicklungsstufe der Ich-Funktion, in der ein niedrigeres organisiertes Verhalten noch funktioniert hat, zb Trotzverhalten, Fresslust, Suche nach Versorgung.)
  4. Verleugnung (Im Unterschied zur Verdrängung wird nicht ein konfliktreicher innerer Wunsch abgewehrt, sondern ein äußerer Realitätsausschnitt verleugnet, also nicht anerkannt. Beispielsweise werden Veränderungen in der Umgebung zwar wahrgenommen, aber verleugnet.)
  5. Vermeidung (Triebregungen werden umgangen, indem Schlüsselreize vermieden werden.)
  6. Verschiebung (Phantasien und Impulse werden von einer Person, der sie ursprünglich gelten, auf eine andere verschoben, so dass die ursprünglich gemeinte Person unberührt bleibt (z. B. Aggression gegen eine tadelnde Autoritätsperson wird in Form von Beschimpfungen oder Tritten an einem Hund ausgelassen), oder ursprünglich vorhandene Zusammenhänge werden ausgeblendet und neue hergestellt. Dieser Vorgang ist oft bei Tierquälerei beteiligt.)
  7. Spaltung (Inkompatible Inhalte werden auf mehrere Objekte verteilt. Sowohl die Objekte als auch das Selbst wird in „Gut“ und „Böse“ aufgeteilt. Gute Anteile werden oft idealisiert, böse werden verdammt.)
  8. Verneinung (Negierung eines Sachverhalts. Im Gegensatz zur Reaktionsbildung wird ein Gefühl oder eine Einstellung nicht durch deren Gegenteil ersetzt, sondern nur deren Vorhandensein verneint „Ich empfinde überhaupt nichts zu ...“)
  9. Ungeschehenmachen (Einsatz faktisch unwirksamer Handlungen und Rituale (z. B. auf Holz klopfen), denen eine symbolische Kraft zugeschrieben wird, mit dem Ziel, Strafe bei Verbots- und Gebotsübertretungen abzuwenden.)
  10. Projektion (Eigene psychische Inhalte und Selbstanteile (v. a. Affekte, Stimmungen, Absichten und Bewertungen etc.) werden anderen Personen zugeschrieben. Der Triebimpuls wird auf ein Objekt projiziert wie bei einer optischen Projektion.)
  11. Projektive Identifizierung (Kombination von innerpsychischen und interpersonellen Vorgängen, bei dem die andere Person unbewusst so beeinflusst wird, dass sie bestimmte Erwartungen erfüllt. Negative Selbstanteile (i. d. R. Aggressionen) werden erst abgespalten, dann auf die andere Person projiziert – das Gegenüber identifiziert sich meist unbewusst mit den abgespaltenen, projizierten Anteilen und handelt so, wie es der Erwartung entspricht (z. B. aggressiv). Durch Externalisierung unangenehmer oder unerträglicher Selbstanteile werden so innere Konflikte in der Außenwelt inszeniert, um das innerpsychische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, was jedoch die Beziehungen zu anderen stark belasten kann. Es handelt sich um einen für sog. Borderline-Störungen typischen Abwehrmechanismus, der die Schwierigkeiten, sich der Psychodynamik der Betroffenen gegenüber abzugrenzen, besser verständlich macht.)
  12. Introjektion und Identifikation (Bestimmtes Verhalten, Anschauungen, Normen oder Werte einer anderen Person werden in die eigene Persönlichkeit verinnerlicht.)
  13. Identifikation mit dem Aggressor (Bei einem gewaltsamen Übergriff bzw. einer psychischen Grenzüberschreitung wird die Verantwortung für das Geschehen sich selbst zugeschrieben und/oder die Einstellung oder das Verhalten eines Angreifers übernommen. Beides dient der Abwehr unerträglicher Angst- und Hilflosigkeitsgefühle und einer symbolischen Rückerlangung von Kontrolle.)
  14. Intellektualisierung (Entfernung vom unmittelbaren konflikt-Erleben durch Abstraktionsbildung und theoretisches Analysieren (z. B. abstrakte Gespräche über das Wesen der Liebe; Fachsimpeln unter Ärzten oder Therapeuten über schwierige Patienten oder solche, die in ihrem Leid als psychische Belastung erlebt werden), Philosophieren über Dinge, die eine verborgene emotionale Bedeutung für die Person haben.)
  15. Rationalisierung (Rational-logische Handlungsmotive werden als alleinige Beweggründe für Handlungen angegeben oder vorgeschoben. Gefühlshafte Anteile an Entscheidungen werden ignoriert oder unterbewertet.)
  16. Sublimierung oder Sublimation (Nicht erfüllte Triebwünsche werden durch gesellschaftlich höher bewertete Ersatzhandlungen ersetzt und damit befriedigt (Kunst, Musik, Wissenschaft, Sport, exzessive Arbeit). Typischerweise eignen sich für bestimmte Wünsche bestimmte Sublimationstechniken besonders gut. So werden aggressive Triebe oft durch Sport sublimiert, sexuelle Wünsche durch Beschäftigung mit schönen Künsten oder kindliche Neugierde durch wissenschaftliche Forschertätigkeit. Sublimierungen in diesem Sinne sind eine Transformation auf eine höhere Ebene.)
  17. Somatisierung (Nicht- Wahrnehmen eines Konflikts in seiner eigentlichen Gestalt, sondern in Form körperlicher Beschwerden. Diese haben jedoch keinen Symbolgehalt.)
  18. Konversion (Umlagern eines psychischen Konflikts auf somatische Symptome, die eine symbolische Beziehung zum Konflikt haben. Entspricht dem früheren Hysteriebegriff (hysterische Blindheit, Lähmung etc.).)
  19. Affektualisierung (Ein Ereignis oder Verhalten wird dramatisiert.)
  20. Entwertung / Idealisierung (Objekte werden unbewusst entwertet oder überhöht.)
  21. Affektisolierung (Fehlen oder Dämpfung eines normalerweise spontan auftretenden Gefühls in einer bestimmten Situation. Der Nachweis eines Isolierten Affektes dient therapeutisch auch der Bewusstmachung und rationalen Betrachtung bestimmter gefühlsintensiver Reaktionen.)
  22. Autoaggression (Aggressive Impulse werden gegen die eigene Person gerichtet und treffen so nicht die Person, der sie ursprünglich galten, um die Beziehung zu dieser Person nicht zu gefährden. Streit, oder eine Lösung wird vermieden auf Kosten von Aggression gegenüber sich selbst.)